MARGINSYSTEM

Hebelwirkung

Der wesentliche Vorteil des Futures-Handels liegt in der Hebelwirkung (Leverage). Diese Hebelwirkung wird durch eine zu hinterlegende Sicherheitsleistung (Initial Margin) erzielt, welche nur einem Bruchteil des Kontraktwertes entspricht; in der Regel entspricht die Sicherheitsleistung 5 bis 10 Prozent des Kontraktwertes, je nach Gegebenheiten des entsprechenden Marktes. Entsprechend ergibt sich bei einer Margin-Zahlung von 10 Prozent ein Hebel von 1 : 10, was bedeutet, dass z.B. eine Position von USD 100’000 bereits mit einem Kapital von USD 10’000 eröffnet werden kann.


In der Regel entspricht die
Sicherheitsleistung 5 bis 10 Prozent
des Kontraktwertes. 


Gleichzeitig ergeben sich aber auch aussergewöhnliche Verlustmöglichkeiten, da der Hebel auch bei Verlusten eine multiplizierende Funktion hat. Bei Futures kann zudem der Verlust unter Umständen mehr als 100 Prozent des eingesetzten Kapitals betragen, d.h., der Broker wird bei Verzehr der Margin einen Nachschuss fordern oder die Position zwangsweise liquidieren (wobei dann die Pflicht bleibt, weitere Verluste zu übernehmen).

Beispiel: FUTURES-KONTRAKT GOLD LONG (NYMEX, CME GROUP)

Kontraktgrösse Gold
100 Unzen


Unzenpreis Gold
USD 1’500


Kontraktwert
100 x USD 1’500 = USD 150’000


Initial Margin Gold Futures
USD 6’500


Maintenance Margin Gold Futures
USD 5’000


Damit kann mit relativ geringem Kapital von USD 6’500 als Sicherheitsleistung (Initial Margin auf einen Gold Futures Long) an einer Goldmenge von 100 Unzen (Kontraktgrösse) im Gegenwert von USD 150’000 partizipiert werden und somit der exakt gleiche Gewinn erzielt werden wie mit dem physischen Kauf von 3,11 kg Gold (100 Unzen à 31,103 g). Steigt der Goldpreis um 4,33 Prozent von USD 1’500 auf USD 1’565, ergibt das einen Gewinn von 100 Prozent auf die hinterlegte Initial Margin. Sinkt der Goldpreis um 4,33 Prozent von USD 1’500 auf USD 1’435, ergibt sich ein Verlust von 100 Prozent auf die hinterlegte Initial Margin. Dies veranschaulicht, dass die Hebelwirkung in beide Richtungen wirkt, und offenbart die oft unterschätzten Risiken. Ausserdem wäre bei einer gegenläufigen Entwicklung, in diesem Fall einem sinkenden Goldkurs, der Kontoinhaber vom Broker zwischenzeitlich bei Unterschreitung der Maintenance Margin zu einem Nachschuss (Margin Call) aufgefordert worden.